Leerverkäufe Erklärung

Von Seiten der Politik wird dem Instrument des Leerverkaufs die Mitverantwortung an der Verschärfung der Schuldenkrise in Europa, insbesondere in den so genannten PIGS-Staaten Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien, zugeschoben. Doch was genau sind eigentlich Leerverkäufe und wie funktionieren sie?
 Ganz allgemein und einfach gesprochen handelt es sich bei einem Leerverkauf um den Verkauf einer Sache, die dem Verkäufer (noch) gar nicht gehört.

Sie sind verwirrt? Keine Sorge, denn so ergeht es fast allen Personen, die zum ersten Mal mit dieser Thematik in Berührung kommen.

Im Folgenden soll Ihnen die Funktionsweise von Leerverkäufen auf verständliche Art näher gebracht werden. In unserer Betrachtung wollen wir uns auf die Leerverkäufe von Aktien beschränken, auch wenn Leerverkäufe im Grunde genommen auf jedes Gut mit Preisbildung angewandt werden könnte.

Am einfachsten und anschaulichsten lässt sich das Prinzip des Leerverkaufs an Hand eines Beispiels erklären. Angenommen Anleger Müller möchte 100 Aktien der XY AG zu 10 Euro pro Stück verkaufen, weil er davon überzeugt ist, dass die Aktien überwertet sind und in Zukunft daher fallen werden. Allerdings besitzt Herr Müller keine einzige Aktie der XY AG, er möchte die Aktie also leer verkaufen. Um dies machen zu können, muss er einen Handelspartner finden, der bereit ist die Gegenposition einzugehen, also die verkauften Aktien entgegenzunehmen.

Ein Leerverkauf muss nach einer bestimmten Zeit immer glattgestellt werden, das heißt die verkauften Aktien müssen später gekauft werden. Fällt der Kurs der Aktien bspw. wie erwartet auf 8 Euro, kann Herr Müller die Aktien, die er vorher für 1.000 Euro verkauft hat, für 800 Euro kaufen, so dass er einen Gewinn von 200 Euro realisieren kann. Steigt die Aktie hingegen auf 12 Euro, muss Herr Müller für den Kauf der Aktien 1.200 Euro aufbringen und so einen Verlust von 200 Euro verkraften. Und hier liegt die große Gefahr von Leerverkäufen.

Bei einem normalen Kauf der Aktie der XY AG zu 10 Euro das Stück, könnte Herr Müller maximal seinen Einsatz von 10 Euro je Aktien verlieren, wenn die Aktien auf 0 Euro sinken würde. Bei einem Leerverkauf könnte Herr Müller hingegen maximal 10 Euro gewinnen und theoretisch unendlich viel verlieren, da Aktien theoretisch ins Unendliche steigen können.

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