Seltene Erden

Seltene Erden – Die begehrten Rohstoff

Bei den so genannten Seltenen Erden handelt es sich um Metalle mit sehr speziellen Eigenschaften, die sie in zahlreichen modernen Produkten unersetzlich machen. Die Bezeichnung ist historisch begründet, diese Metalle wurden zuerst in seltenen Kristallen entdeckt. Ob Seltene Erden wirklich selten sind, hängt stark von der Betrachtungsweise ab. Aus geologischer Sicht sind sie es nicht, selbst die am seltensten vorkommenden Metalle dieser Gruppe kommen häufiger im Erdmantel vor als beispielsweise Jod. Aus ökonomischer Sicht erscheint die Bezeichnung eher gerechtfertigt, da Seltene Erden hauptsächlich in kleinen Konzentrationen im Erdmantel verteilt vorkommen und kaum größere Lagerstätten bilden, deren Ausbeutung rentabel betrieben werden kann. Ein zweites Problem der Ausbeutung liegt in den sehr ähnlichen chemischen Eigenschaften der Seltenen Erden begründet. Sie gehen untereinander chemische Verbindungen ein und sind wegen der großen Ähnlichkeit nur mit relativ großem Aufwand voneinander zu trennen.

Einige wichtige Anwendungen

Im Maschinenbau werden Seltene Erden aufgrund einer speziellen physikalischen Eigenschaft dringend benötigt. Sie verlangsamen die allmähliche Entmagnetisierung von Permanentmagneten und spielen daher überall dort eine wichtige Rolle, wo Elektromotoren oder Stromgeneratoren zum Einsatz kommen. Die Stahlindustrie nutzt Seltene Erden zur Verbesserung der Festigkeit und Korrosionsbeständigkeit von Röhren und Blechen. Aufgrund ihrer optischen Eigenschaften finden diese Metalle darüber hinaus auch in LCD- und LED-Anzeigen Anwendung. Auch Zukunftstechnologien wie beispielsweise Brennstoffzellen setzen auf diese Metalle.

Der Weltmarkt für seltene Erden

Die weltweite Förderung ist gegenwärtig weitgehend auf China konzentriert, das mit einem Weltmarktanteil von 97 % nahezu über eine Monopolstellung verfügt. Das liegt teilweise an den dort zu findenden Vorkommen, aber auch an den vergleichsweise niedrigen Standards im Umwelt- und Gesundheitsschutz. Seltene Erden sind teilweise giftig, weswegen bei der Förderung hohe Sicherheitsstandards einzuhalten sind. Der Abbau erfolgt, indem die Metalle aus dem Erdreich ausgewaschen werden, wobei ein giftiger Schlamm zurückbleibt. Ein Abbau unter Beachtung westlicher Umweltstandards gestaltet sich dementsprechend aufwändig. Dennoch erfordert der Wandel Chinas vom Entwicklungsland zum Konkurrenten der Industrieländer ein Umdenken und internationale Anstrengungen, die einseitige Abhängigkeit der Industrie von chinesischen Exporten zu reduzieren.

In diesem Zusammenhang werden sowohl politische als auch technologische Maßnahmen diskutiert. Bundeswirtschaftsminister Brüderle regte vor einigen Monaten den Zusammenschluss der führenden Industriestaaten zu einem Rohstoffkartell an, das die Verhandlungen mit China gemeinsam führt. Darüber hinaus forderte er eine Ausweitung der interessengeleiteten Entwicklungspolitik. Im Klartext soll das wohl bedeuten, dass rohstoffreiche Entwicklungsländer im Gegenzug für finanzielle Hilfen Deutschland beim Rohstoffexport bevorzugt berücksichtigen sollen. Ansonsten wird auf die Erschließung weiterer Vorkommen gesetzt, wofür in der EU zahlreiche Maßnahmen diskutiert werden. Dazu gehört z.B. die Erschließung von Lagerstätten in Tiefseeböden. Außerdem sollen Expertenteams weltweit in Entwicklungsländern nach geeigneten Vorkommen suchen.

Nicht fehlen darf natürlich das klassische Instrument der Wirtschaftsförderung: Unternehmen, die an der Erschließung neuer Vorkommen arbeiten, sollen in geeigneter Weise unterstützt werden. Ob dazu zinsvergünstigte Kredite oder direkte Förderungen gewährt werden sollen, ist noch nicht abschließend entschieden worden.

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