Deutsche Solaraktien kaufen? Lohnt es sich zu investieren?

Die Solaraktien zählten bis zum Ausbruch der schweren Wirtschafts- und Finanzkrise zu den Highflyern an den Börsen. Die Prosperität der Branche veranlasste viele Unternehmer dazu ihr Glück auf dem Solarsektor zu versuchen, so dass eine Vielzahl von Solarfirmen gegründet wurde und eine rasante Ausweitung der Kapazitäten zu verzeichnen war. Vor allem in Deutschland sahen die Bedingungen für Solarfirmen durch die vergleichsweise hohen Subventionen derart gut aus, dass viele Firmen schnell zu hochkapitalisierten Unternehmen avancierten. Entsprechend hoch fiel auch die Gewichtung der Solarbranche im TecDAX aus, wo im Jahr 2008 fast jeder dritte Wert direkt oder indirekt aus der Solarbranche stammte.

Mit dem Ausbruch der Wirtschaftskrise im Herbst 2008 verlangsamte sich das Marktwachstum für Solarprodukte. Gleichzeitig haben massive Investitionen der Solarfirmen zu einer stetigen Ausweitung der Kapazitäten geliefert, die zu einem Preiskampf auf den Weltmärkten geführt hat. Gleichzeitig gab die Bundesregierung in Deutschland den recht rigiden Abbau der Solarsubventionen bekannt, was den Druck vor allem auf die Produzenten von Solarmodulen weiter erhöht hat.

So vermag es auch nicht verwundern, dass die Kurse der meisten Solarwerte von ihren Höchstständen meist sehr weit entfernt sind und, entgegen dem allgemeinen Börsentrend im Jahr 2010 weiter deutlich an Wert verloren haben. So markierte der ehemals weltgrößte Hersteller von Solarmodulen, Q-Cells, mit 2,50 Euro ein neues Allzeittief – Stand 2008: 100 Euro. Ähnlich düster sieht die Performance der anderen ehemaligen Highflyer aus: Solarworld notiert mit 8 Euro mehr als 80 % unter ihrem Hoch von knapp 45 Euro.

Bleibt die Frage zu klären, ob die teilweise dramatischen Kursverluste Spiegelbild der Realität sind oder ob bereits eine Übertreibung nach unten eingesetzt hat. Zunächst bleibt festzuhalten, dass die Branche weiterhin mit deutlichen Überkapazitäten und mit einer sehr starken Konkurrenz aus Asien zu kämpfen hat. Darüber hinaus werden die Subventionen in Deutschland weiter abgebaut, so dass die Solarfirmen zunehmend auf das Ausland angewiesen sind, um Wachstum generieren zu können. Damit scheint die Zukunft der Solarbranche auf Sicht der nächsten 2 bis 3 Jahre eher verhalten.

Wenn Sie als privater Anleger in die Solarbranche investieren möchten, sollten Sie auf jeden Fall entweder auf voll integrierte Konzerne setzen, welche die komplette Wertschöpfungskette bedienen (Beispiel: Solarworld), und/oder auf Anlagenbauer wie etwa centrotherm photovoltaics.

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